Topspiel in Trostberg

Das Auswärtsspiel in Trostberg sollte für die B-Jugend des ESV Neuaubing nicht nur die weiteste Fahrt werden, sondern auch das wichtigste Spiel der Saison. Man fuhr als Tabellenzweiter zum Tabellenführer. Kein Wunder, dass sich dieses Spiel kaum ein Elternteil entgehen lassen wollte. So fuhr der ESV mit insgesamt 7 Auto´s und 16! Zuschauern an die Alz.

Die Mission an diesem Tag: Sieg mit 6 Toren Unterschied = Tabellenführer

 

Zum Spiel:

Wenn man in Augen der jungen Damen schaute, sah man: Entschlossenheit, Siegeswille aber doch auch Nervosität. Die erste Halbzeit war sehr ausgeglichen. Beide Mannschaften schenkten sich nix und zeigten ein gutes Spiel. Die Mädels vom ESV zeigten vor allem in der Abwehr eine gute Leistung, im Angriff dagegen sah es nicht allzu gut aus. Man war zu unbeweglich und brachte die Abwehr selten in Verlegenheit. Doch durch die stabile Abwehr und einem Tor in letzter Sekunde der ersten Halbzeit, durch einen fragwürdigen Siebenmeter ging man mit einem – 6:6 – in die Halbzeitpause. Leider sollte diese, ja ich nenn es einfach mal fragwürdige Entscheidung der zwei Schiedsrichterinnen nicht die einzige bleiben. Ein Beispiel: Der ESV erkämpft in der gut arbeitenden Abwehr den Ball – es wird durch einen langen Pass ein Gegenstoß eingeleitet und die Spielerin des ESV Neuaubing wurde auf Höhe der 9m-Linie von der anstürmenden Gegnerin brutal, ohne Chance auf den Ball zu Boden gecheckt. Alle in der Halle (auch die Heimfans) waren sich einig, dass es in dieser Situation nur eine rote Karte geben kann. Leider sahen es die zwei sehr schlechten Schiedsrichterinnen anders. Folge: Siebenmeter und Zweiminutenstrafe. Wenn man dann vergleicht, für welche „Fouls“ diese Strafe auf der Neuaubinger Seite ausgesprochen bekommt, kommt dies einem schlechten Witz gleich.

 

Zum Glück war dann Halbzeit und die Mannschaft und die Fans hatten Zeit sich zu beruhigen. Die Halbzeitansprache der Trainerin war aufmunternd. Hier ist was zu holen. Auch wenn wir nicht mit 6 Toren gewinnen, aber ein Sieg ist drin. In der Abwehr sollte man sich noch etwas cleverer anstellen und das ein oder andere Stürmerfoul provozieren. Aber das größere Problem war weiter der Angriff. Man machte sich nochmal heiß und wollte unbedingt gewinnen.

Doch wie schon im Hinspiel sollte die erste Halbzeit die bessere werden. Im zweiten Durchgang war man im Angriff noch wirkungsloser und warf nur 4 Tore. Das ist gegen den Tabellenführer natürlich viel zu wenig. Man verlor den Ball zu einfach, machte technische Fehler und warf die Torhüterin regelrecht an. Zur Verteidigung der Mannschaft, sei auch hier gesagt, dass es natürlich schwierig ist wenn der Schiedsrichter so viel Einfluss auf das Spiel nimmt wie in diesem Spiel. Aktionen die die Trostbergerinnen im Angriff durchbrachten, wurden auf der Seite des ESV zurückgepfiffen und/oder komplett anders gewertet. Das nagt dann natürlich auch an einem Spieler, wenn man immer wieder aus dem Spielfluss genommen wird.

 

Interessant an diesem Tag war die Beobachtung, dass die Spielerinnen des ESV zwar etwas sportlicher und athletischer aussahen als der Gegner, jedoch machten die Trostbergerinnen mindestens 10 einfache Tore aus dem Tempogegenstoß, da das Umschalten von Angriff auf Abwehr nicht so funktionierte, wie funktionieren sollte. Somit waren die Spielerinnen vom TSV immer die entscheidenden 4-5 Meter weiter vorn und die Tore konnten auch dann nicht mehr durch schnelles zurücklaufen des ESV verhindert werden.

Am Ende gewannen die Trostbergerinnen mit 18:10 und ist damit so gut wie Meister in dieser Spielrunde. Nach dem Spiel war die Enttäuschung bei den Mädels des ESV Neuaubing sehr groß und man konnte auch bei der ein oder anderen Spielerin kleine Tränen erkennen. Fraglich ist nur, ob dieses Spiel nicht schon nach der ersten Minute verloren war, egal wie groß der Siegeswille und wie gering der Abstand ohne die eigenen Fehler gewesen wäre…

 

Fazit: Kopf hoch Mädels und jetzt volle Kraft voraus zum Vizetitel